Roboter werden immer menschlicher. Inzwischen übernehmen sie das Einparken am Flughafen, bereiten Gourmet-Essen zu und spielen sogar als Darsteller in Opern mit. Drei Roboter-Erfinder stellen ihre Visionen vor

Rupert Koch und Leo Meirer (beide 36) sind Ingenieure und wollten schon immer gemeinsam eine Firma gründen. Während Meirer in den USA lebte, kam ihm der Gedanke, dass Großparkplätze, wie etwa an Flughäfen, noch optimaler funktionieren könnten. Komfortabler wäre es doch für Flugreisende, direkt am Abflugterminal statt auf einem weit entfernten Parkplatz zu parken.

Die Lösung lag nahe: Sie erfanden einen Roboter, der Autos parkt. Sie nannten ihn Ray. Er holt die Autos an einer Übergabestation in Flughafeneingangsnähe ab, hebt sie sechs bis sieben Zentimeter hoch und transportiert sie an ihren Parkplatz. Weil Ray vier steuerbare Räder hat und damit viel wendiger ist als jedes Auto und dann auch niemand mehr aussteigen muss, können die Fahrzeuge platzsparend dicht beieinander stehen. „Das ist wie Tetris. Ray sortiert die Autos nämlich nach Größe”, sagt Meirer.

Das ist wie Tetris. Ray sortiert die Autos nämlich nach Größe.

Leo Meirer, Geschäftsführer

Der Roboter speichert die Flugdaten und stellt das Auto rechtzeitig für die Rückankunft der Reisenden wieder in die Übergabestation, auch bei Verspä- tungen und Umbuchungen.

Die Firma Serva Transport Systems gründeten Meirer und Koch 2010, fanden einen privaten Investor und bauten eigenhändig den Prototyp ihres Roboters. Am Düsseldorfer Flughafen kommt Ray seit 2014 zum Einsatz, und mehrere Großaufträge aus Asien und dem mittleren Osten sind in Produktion. Meirer sagt, in Zukunft könnte man den Park-Service mit dem Kauf des Flugtickets koppeln und das Parksystem auch gleich mit dem Strich-Code der Bordkarte bedienen: „Das wäre optimal: zusperren, einchecken und los geht’s.“

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