Die Serva Transport Systems GmbH aus Oberbayern hat das Parken revolutioniert. In ihren automatisierten Parkanlagen übernimmt das patentierte Robotersystem RAY™ das Parken von Pkw und macht es schnell, einfach und sicher. Nach und nach ist die Familie gewachsen: EVE, ein fahrerloser Transportroboter für alle standardisierten Ladungsträger, ist dazugekommen. Und verschiedene Pilotprojekte sind inzwischen in den Regelbetrieb übergegangen.

Wie kann man das Parken von Autos und das Transportieren von Material einfacher und bequemer, effizienter und sicherer machen? Diese Frage haben sich die beiden Ingenieure Rupert Koch und Leopold Meirer vor einigen Jahren gestellt. Ihre Antwort lautet in beiden Fällen: „Wir setzen auf Roboter, die lasergesteuert und fahrerlos rangieren, frei navigieren sowie Gegenstände sicher heben und transportieren.“ Was sich so einfach anhört, basiert auf großem Ingenieurwissen und viel Erfahrung in der Automatisierungstechnik. Zudem steckt hinter den fahrerlosen Transportsystemen (FTS) eine ausgeklügelte Materialflusssoftware, die für die Steuerung der Roboter sorgt.

Den Anfang machte 2010 der Parkroboter RAY™. Unter dem Motto „Wir parken für Sie“ erfanden Koch und Meirer, unterstützt von dem Architekten Cary Bellaflor, die perfekte Lösung für Parkanlagen. Statt mit immer größer werdenden Autos umständlich in engen, verwinkelten Parkhäusern zu manövrieren, sollte eine Art Gabelstapler das selbständig übernehmen. Das System macht das Parken zudem schneller und komfortabler, nutzt vorhandenen Raum besser und ist einfach zu installieren. Der Fahrer muss seinen Pkw lediglich in einer komfortablen Übergabestation abstellen, den weiteren Parkvorgang übernimmt RAY™ – ganz automatisch und autonom.

Nach einem ersten Pilotprojekt im Herbst 2012 bewährt sich die innovative Entwicklung bereits seit Juni 2014 am Flughafen Düsseldorf im Alltag. Besonders Vielflieger schätzen den Service, keinen Parkplatz mehr suchen zu müssen und nah am Terminal zu parken. Nicht zuletzt steht ihr Auto bei der Rückkehr schon an der Übergabestation bereit, weil Park- und Flugdaten miteinander abgeglichen werden. Seit diesem Jahr ist in Düsseldorf die nächste Generation von RAY™ im Einsatz. Denn nach den ersten Erfahrungen haben Serva Transport Systems und die Partner am Flughafen Düsseldorf gemeinsam das automatische Parken für die Kunden weiter verbessert. Inzwischen sind die Parkroboter schneller und das gesamte Umfeld wurde aufgewertet, so dass das Parken nicht nur einfach und sicher ist, sondern ab sofort noch komfortabler.

Dafür, dass wir vor wenigen Jahren in einer alten Bootshalle am Chiemsee begonnen haben, sind wir inzwischen mit unseren Projekten am Flughafen Düsseldorf, bei Audi in Ingolstadt und bei Palfinger in Österreich gut weiter gekommen.

Rupert Koch, Geschäftsführer

Nach einem Pilotprojekt ab 2015 wird RAY™ seit Anfang 2017 im Prozesshaus des AudiWerkes Ingolstadt im Serienbetrieb eingesetzt. Die Parkroboter übernehmen hier die automatische Zwischenlagerung von Fahrzeugen, die für die Bahnversendung bestimmt sind. Die Autos werden nach der Produktion an den RAY™-Übergabestationen abgestellt. Ab hier übernimmt RAY™ die PKW. Die Wartezeiten und Fußwege der Logistikmitarbeiter konnten so deutlich reduziert werden.

Als Weiterentwicklung kam 2016 das fahrerlose Transportsysteme EVE hinzu, das alle Prozesse von der Warenannahme bis Montage verbindet. EVE steht für: effizient – variabel – ergonomisch. Denn bei dieser autonomen und ergonomischen Gesamtlösung für die Intralogistik sorgt EVE als autonomes Transportfahrzeug mit der entsprechenden Software für den perfekten Informations- und Materialfluss. Schnell, sicher und effizient verbindet EVE alle Prozesse. EVE ist vielseitig und flexibel sowie innen und außen einzusetzen. EVE kann frei navigieren, wählt den optimalen Weg und bewegt Euro-Paletten, Gitterboxen oder Kommissionierwagen bis zu 1 Tonne – entsprechend des Materialbedarfs. EVE übernimmt so den Materialtransport im Werk komplett und nimmt Mitarbeitern schweres Heben und Tragen ab. Zusätzlich steht das Material mit dem eigens entwickelten TransportTool „Ergoporter“ immer auf einer ergonomischen Arbeitshöhe bereit. Das mehrfache Umladen zwischen Warenannahme, Lager, Kommissionierbereich, Montage und Versand entfällt. Das alles macht EVE zu einer echten Alternative zu Gabelstaplern und Routenzügen. Und das mit Erfolg: Auf der IAA Nutzfahrzeuge 2016 hat Daimler ein Konzept für das autonome Beladen für Paketfahrzeuge vorgestellt, das auf dem Transportroboter EVE basiert. Ziel sind Vorteile auf der „letzten Meile“.

Geschäftsführer Rupert Koch findet: „Dafür, dass wir vor wenigen Jahren in einer alten Bootshalle am Chiemsee begonnen haben, sind wir inzwischen mit unseren Projekten am Flughafen Düsseldorf, bei Audi in Ingolstadt und bei Palfinger in Österreich gut weiter gekommen. Wir sind unseren Investoren, der Chiemgauer Unternehmerfamilie Meltl, sehr dankbar, dass sie auf unsere Idee gesetzt haben und uns auch weiterhin unterstützen.“

Wie gut die Idee zu den Transportrobotern war und ist, zeigen auch viele Auszeichnungen für die Serva Transports Systems. So kam der Parkroboter RAY™ 2013 ins Finale des renommierten Deutschen Gründerpreises und Audi hat für den Einsatz des Systems den Logistik Award 2017 des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) gewonnen – um nur zwei Beispiele zu nennen.

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